
Japan. Ein beispielloses Drama, was den Menschen dort passiert. Naturereignisse, die wir nicht in der Hand haben – Erdbeben – verbinden sich mit Dingen, die wir geschaffen haben – Atomkraftwerke – zu einem nicht kontrollierbaren Risiko. Ist das „Ende des Atomzeitalters“ angebrochen, wie sogar der Spiegel meint?
Mindestens 10.000 Tote, wahrscheinlich aber viel mehr, forderte das Unglück in Japan bisher. Erdbeben, Tsunami - und nun mehrere gefährdete Atomreaktoren.
Ganz Japan ist möglicherweise betroffen, wenn ein GAU geschieht. Keiner weiß wirklich, wie weit die Katastrophe schon fortgeschritten ist. Nach Einschätzung des Strahlenbiologen Edmund Lengfelder verläuft die Atomkatastrophe schon jetzt schlimmer als jene vor 25 Jahren in Tschernobyl. Ein einziger Block der japanischen Reaktoren enthalte bis zu 20 Mal mehr radioaktives Material als das sowjetische Atomkraftwerk, sagte der Wissenschaftler von der Gesellschaft für Strahlenschutz in einem Interview mit dem rbb (14. März 2011). Auch sei Japan wesentlich dichter besiedelt, und die Menschen könnten wegen der zerstörten Infrastruktur nicht in Sicherheit gebracht werden.
Dieses traurige, aber schlagende Argument für die Neubewertung und Beendigung der Atomkraft ist nun nicht mehr von der Hand zu weisen. Warnungen vor den Risiken der Atomkraft gibt es schon lange. Bereits in den 1950er Jahren hat der Privatgelehrte und Wissenschaftler Walter Russell eindringlich davor gewarnt: „Die gesamte Frage, ob Radioaktivität als Energiequelle für die Welt benutzt werden darf oder nicht, steht und fällt mit einem Aspekt: Kann die Wissenschaft die Radioaktivität benutzen und gleichzeitig das organische Leben vor der Auslöschung bewahren? Wir behaupten: Sie kann es nicht.“ ("Radioaktivität – Das Todesprinzip in der Natur“).
Werden unsere Politiker nun aktiv werden, oder wird es bei „Gesprächen“ bleiben, wie heute schon wieder vielerorts verkündet wurde? Zwar wurde nun die Atomfristverlängerung auf 3 Monate ausgesetzt, aber es bleibt offen, ob dies nicht wieder einmal aus taktischem Kalkül geschieht. Immerhin stehen drei wichtige Wahlen aus, und da steht es um die aktuelle Regierungskonstellation nicht so gut.
Was können wir konkret tun?
- www.aktion-deutschland-hilft.de
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